
Lübecker Nachrichten
St. Lorenz: Ende April steht das neue Einkaufszentrum
Lübeck - Große Baustelle an der Ziegelstraße: Für 12,5 Millionen Euro wird dort das Einzelhandelszentrum St. Lorenzpark eröffnet – mit Rewe, Penny und weiteren Geschäften.
Matschiger Boden, jede Menge Baufahrzeuge, und die ersten Wände ragen bereits in die Höhe. Die gehören dem künftigen Penny-Markt, der auf dem Areal an der Ziegelstraße errichtet wird. Hier entsteht das neue Einkaufszentrum St. Lorenzpark. Die Matrix Immobilien AG und ihr Partner Vivum GmbH (beide aus Hamburg) investieren auf dem 12 450 Quadratmeter großen Grundstück satte 12,5 Millionen Euro. Auf dem Gelände war früher eine Bosch-Werkstatt zu Hause, dort standen unter anderem ein Verwaltungsgebäude und Garagen.
Jetzt soll hier das Einkaufszentrum mit 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche Ende April eröffnen. Insgesamt werden drei Gebäude errichtet. Sie sind eingeschossig mit begrüntem Pultdach geplant. An der Seite Ziegelstraße haben sie sieben Meter Höhe und fallen dann nach hinten auf 5,50 Meter ab. Die Gesamtmietfläche beträgt 4600 Quadratmeter. Ist alles fertig, fährt man von der Innenstadt kommend zuerst an einem Rewe-Lebensmittelmarkt vorbei mit 1600 Quadratmeter Verkaufsfläche. Über eine neue Linksabbiegerspur geht es mit dem Auto auf das Gelände. Rechter Hand steht dann Gebäude Nummer zwei, das auch an die Ziegelstraße grenzt – darin sind die Drogerie Budnikowsky (550 Quadratmeter) untergebracht und eine Apotheke (200 Quadratmeter). Außerdem ist noch Platz für zwei weitere Läden mit insgesamt 200 Quadratmetern. Darüber sind Praxis- und Büroräume vorgesehen. Im hinteren Bereich des Areals entsteht ein Penny-Lebensmittelladen mit 900 Quadratmetern Fläche. Dafür wird der gleichnamige Markt am Beginn der Ziegelstraße aufgegeben, so Matrix-Projektmanager Markus Simon. Insgesamt gibt es 150 Stellplätze.
Es wird eine Fußgängerampel eingerichtet, die den St. Lorenzpark mit dem gegenüberliegenden Zentrum verbindet, in dem unter anderem Aldi und Edeka untergebracht sind.
Die Konzentration des Einzelhandels sei ein Wunsch der Stadtplanung gewesen, so Architekt Thomas Haake. Dennoch hat es zwei Jahre gedauert, bis die Bagger rollen konnten. Denn sowohl aus der Politik als auch aus der Bevölkerung gab es Widerstände. Das Argument: Es gebe bereits genügend Einkaufsmöglichkeiten in dem Stadtteil. Die Bürger wünschten sich dafür mehr Grün, einen Kinderspielplatz oder eine Wohnbebauung. Auch der Bereich Naturschutz und Stockelsdorf äußerten sich kritisch. Selbst das Innenministerium warnte vor einem möglichen „Verdrängungswettbewerb“ und einer daraus resultierenden „Verschlechterung der Versorgungssituation“. Aus Sicht der Stadtplaner droht aber keine Gefahr, weil es um die Nahversorgung des Stadtteils geht. Die neuen Mieter im St. Lorenzpark sind ebenfalls optimistisch, sie haben langfristige Mietverträge abgeschlossen.
Wegen der Kritik wurde der Bebauungsplan im Sommer 2009 zunächst vertagt – und die Investoren mussten ein Jahr lang warten. Am 1. Juli hat die Bürgerschaft das Vorhaben dann doch abgesegnet. Simon hofft, dass das Einzelhandelszentrum erst der Auftakt für weitere Bauvorhaben ist. Simon: „Wir würden gerne mehr Standorte in Lübeck entwickeln.“
Von Josephine von Zastrow
